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••  1. Mose 3 (Luther-Übersetzung von 1912)

1 Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HErr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allerlei Bäumen im Garten?

Des Teufels Einwand „Sollte Gott das wirklich so gesagt und gemeint haben?” ist nach wie vor gebräuchlich, heute vor allem als „Argument” im Umgang mit biblischen Aussagen.

2 Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
3 aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret's auch nicht an, dass ihr nicht sterbet.

Anrühren war nicht verboten.

4 Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben;
5 sondern Gott weiß, dass, welches Tages ihr davon esset, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Dass die Menschen nicht sterben würden, war eine trickreiche Lüge. Sie würden tatsächlich nicht sofort sterben, aber sterben würden sie doch, sogar zweifach: in ihrem Körper auf der Erde und dann noch in Ewigkeit. Der Teufel stellt Gott als missgünstig dar.
Zu sein wie Gott, war wohl eher des Teufels ureigenes Wünschen, denn die Frau spricht darauf nicht an. Sie lockt vielmehr die Idee, klüger zu werden:

6 Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß.

Bäume, von denen man gut essen konnte und die lieblich anzuschauen waren, müsste es im Paradies eigentlich in großer Zahl gegeben haben, vgl. Genesis 2, Vers 9. Das Ereignis in Vers 6 nennt man den Sündenfall.

7 Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze.
8 Und sie hörten die Stimme Gottes des HErrn, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HErrn unter die Bäume im Garten.

Noch immer konnten sie Gott sehen und mit ihm reden, so wie ein Mensch mit einem anderen Menschen redet. Die heutigen Bedingungen sind ganz anders.

9 Und Gott der HErr rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

Gott spricht Adam an. Das war die normale Konstellation. Der Teufel hingegen hatte listigerweise die Frau angesprochen.

10 Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.
11 Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, dass du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?
12 Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß.
13 Da sprach Gott der HErr zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, dass ich aß.
14 Da sprach Gott der HErr zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.
15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Die Feindschaft, die Gott setzt, ist nichts Gutes und betrifft wohl den Stand der Frauen allgemein („das Weib” im Sinne von „die Frauen”). Im Neuen Testament werden für Frauen besondere Regeln genannt (z. B. Predigtverbot), die mit der Schöpfungsordnung wie auch den differenzierenden Folgen des Sündenfalls zusammenhängen mögen.
Der Same von Eva, der der Schlange den Kopf zertreten soll, bezieht sich auf Jesus Christus.

16 Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.

Gegen diese Festlegungen rebellieren heute die meisten Frauen und schaden dadurch sich und anderen sehr, wie auch alle Missachtung anderer Gebote üble Folgen hat. Die in Vers 16 angedeutete Rolle des Mannes wird im Neuen Testament bestätigt.

17 Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, — verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.

Adams Sünde war, dass er seiner Frau mehr gehorcht hatte als Gott. Wie ein Wiederholungsfehler erscheint es, wenn Männer sich heute, statt Gottes Geboten zu gehorchen, weichlichen und spezifisch weiblichen Beurteilungsstandards dienstbar machen.

18 Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen.
19 Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

Dem Menschen ist ein arbeitsreiches Leben verordnet.

20 Und Adam hieß sein Weib Eva, darum dass sie eine Mutter ist aller Lebendigen.
21 Und Gott der HErr machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie.

Dass Adam und Eva ihre Nacktheit mit Feigenblättern verdecken wollten (Vers 7), gründete sich auf gesundes Empfinden, denn Gott will offensichtlich, dass sie beide bekleidet sind.

22 Und Gott der HErr sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!

Spricht Gott mit Ironie, wenn er sagt, Adam sei geworden wie Gott, da doch Adams Schande offenkundig ist? Oder weiß Adam jetzt wirklich mehr, nämlich nicht nur das, was gut ist, sondern auch das, was böse ist?

23 Da wies ihn Gott der HErr aus dem Garten Eden, dass er das Feld baute, davon er genommen ist,
24 und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.

Spätestens mit der Sintflut wurde auch der Garten Eden zerstört. Der Mensch ist nach dem Sündenfall nun der Finsternis preisgegeben, (vgl. Genesis 1:2). Jesus Christus, Gottes Sohn, kommt 4000 Jahre später, um durch seinen Tod am Kreuz die Erlösung von der „Macht der Finsternis” zu erwirken (vgl. Kolosser 1:13).



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